Handarbeit &

Kappzaum

"Die Arbeit an der Hand ist eine kostbare Hilfe bei der Ausbildung des Pferdes, weil sie es bei korrekter Ausführung lehrt, sich zu setzen, sich zu runden, sich im Gleichgewicht vorwärts zu bewegen, seitwärts zu weichen, sich zu biegen, rückwärts zu gehen und sich auf der Stelle zu mobilisieren ..."

Nuno Oliveira

Ausbildung am Kappzaum

Ich reite gerne und mit viel Freude – aber meine große Begeisterung gilt seit Langem der Arbeit an der Hand, und hier vor allem der Arbeit am Kappzaum. Das Besondere an dieser Art der Ausbildung ist, dass die Einflussmöglichkeiten des Menschen so reduziert sind, dass wir mit allem kommunizieren müssen, was wir zur Verfügung haben: Körper, Stimme, die Art des Gehens und selbst der Blick treten zum üblichen Equipment Kappzaum und Gerte hinzu. Die gute Arbeit am Kappzaum ist damit ebenso so komplex wie gutes Reiten. Neben dem reinen Ausbildungsaspekt – der bis zur Hohen Schule reichen kann – kann der Kappzaum auch therapeutisch für Seele und Körper eingesetzt werden. Pferde, die körperliche Beschwerden haben, lernen ohne Gewicht auf dem Rücken, sich gesund und schön zu bewegen. Pferde, die Angst vor dem Reiter haben, finden neues Vertrauen. Und Pferde, die einfach "keine Lust" mehr haben, können durch kurze Lektionen motiviert werden.

Es gibt keine Kontraindikationen für die dressurmäßige Aus- und Weiterbildung am Kappzaum – aber Dutzende Gründe dafür! Der Reiter kann seine Hand in aller Ruhe schulen, entwickelt einen Blick für die Bewegungen und die Möglichkeiten seines Pferdes, findet eine neue Sprache des Miteinanders ... Sie wollen noch mehr wissen? Kommen Sie vorbei ...!

Wiener Handarbeit

Eine andere Variante der Arbeit an der Hand, als Vorbereitung auf die Ausbildung unter dem Sattel, begleitend zu dieser oder zur Verfeinerung der Lektionen, ist die Wiener Handarbeit auf Trense oder die sonst übliche Zäumung des Pferdes. Da ich selbst begeistert gebisslos reite – ja, Wiener Handarbeit kann ebenso mit Kappzaum, Kolumbianischem Bosal oder Cavemore durchgeführt werden!

Der Vorteil der Wiener Handarbeit ist die direkte Vorbereitung auf die Zügelhilfen des Reiters. Was das Pferd an der Hand entspannt gelernt hat, kann es unter dem Sattel deutlich ausbalancierter und problemloser auch umsetzen. Und Spaß macht es sowieso.

Langer Zügel

Der Prüfstein für das an der Hand ausgebildete Pferd ist die Arbeit am Langen Zügel (heute oft "Langzügel"). Hier sieht man, ob das Pferd reell an die Hand herantritt, ob die Durchlässigkeit auf Paraden und die Seitengänge wirklich sitzen. Außerdem ist die Arbeit am Langen Zügel eine wunderbare Abwechslung für jedes Pferd. Endlich darf es mal vorne gehen! Mit Soleil gehe ich am Langzügel auch ins Gelände, weil sie das spannender findet als bloßes Spazierengehen. Und Joy, die kein Gebiss im Maul erträgt unter dem Sattel oder an der Hand, trat am Langzügel – vermutlich, weil sie diese Arbeit noch mit keinen schlechten Erfahrungen verband – plötzlich ruhig an den Zügel heran. Man muss sich einfach mal trauen, Neues auszuprobieren ... die Pferde danken es Ihnen!

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